Und auf einmal läuft Helene Fischer

Eigentlich finde ich Schlager furchtbar. Wobei man das Wort „eigentlich“ streichen kann. Wir hören hier normalerweise „Hevisaurus“, eine finnische Kinder-Heavy-Metal-Band oder ähnliches.

Trotzdem lief vor einigen Tagen laut Helene Fischer bei uns zu Hause, mit dem Lied „Lass jetzt los“, und ich tanzte mit Jonathan (4,8 J.) in einer festgelegten Choreographie durch unsere Wohnung. Furchtbar. Lustig.

Jonathan ist ein ganz normaler Junge. Er steht auf Piraten, Dinosaurier, Superhelden – und neuerdings auf Anna und Elsa, die Eisprinzessinnen. Von uns zu Hause kennt er Anna und Elsa nicht. Nicht, weil wir es unterbinden würden. Allerdings waren seine Interessen  bisher eher bei den oben genannten Themen und darauf gingen wir primär ein.

Seit ein paar Tagen sang er aber immer wieder: „…Ein einsames Königreich und ich bin die Königin…“, dabei geht er zuerst in die Hocke und breitet dann beim aufstehen die Arme aus und fängt an zu tanzen. Als ich ihn fragte, was er da singe (und tanze), erklärte er mir, dass das das Lied von Anna und Elsa sei, welches er aus dem Kindergarten kenne. Also machten wir das Lied mal an, denn es interessierte mich natürlich, was Jonathan da so singt. Jonathan kannte schon eine genaue Choreographie, die ich ebenfalls tanzen sollte. Hanna schloss sich uns an und wir drei tanzten dann also zu Helene Fischer in unserem Wohnzimmer. Und hatten irren Spaß!

Als wir dann völlig erschöpft auf dem Boden lagen und Jonathan mir erklärte, dass er sich auch ein Anna und Elsa Kleid wünsche, wurde mir klar, dass Kinder tatsächlich noch nicht unbedingt nach Jungen- und Mädchensachen trennen, sondern nur danach, ob sie etwas schön finden oder nicht.

Kinder bringen einem immer wieder dazu, Dinge zu machen, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte. Nicht weil man sich verbiegt, sondern weil man mit Kindern einen neuen Blick auf die Welt bekommt. Nichts ist schöner als mit seinem Kind die Welt neu zu entdecken – und wenn es Helene Fischer ist  😉

Vater sein ist…. Über seinen eigenen Schatten springen

1 Gedanke zu “Und auf einmal läuft Helene Fischer

  1. Oh ja Neuzeitvater! Der letzte Satz stimmt. Als Eltern muß man mancherlei.
    Ein Glück,wenn es nur bei Helene Fischer bleibt 😀

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