Erster Monat Elternzeit – Meine Eindrücke

Wow.  Wie unfassbar schnell 5 Wochen Elternzeit vergehen können. Vor allem, wenn man die Zeit intensiv mit seiner Familie nutzt. Nun bin ich seit zwei Wochen wieder arbeiten und der alte Trott schleift sich langsam wieder ein.  Es mehren sich die Erzählungen von Silja über die kleinen Erfolge, Streitereien, Kuriositäten und Momente des Alltagslebens mit unseren drei Kindern, bei denen ich auch gerne dabei gewesen wäre. Ich hätte beispielsweise gestern zu gerne selbst miterlebt, wie unsere selbstbewusste Tochter mit nacktem Oberkörper in den Kindergarten marschiert ist, weil sie sich weigerte ein T-Shirt anzuziehen.  Umso mehr freue ich mich darüber, dass ich im Januar noch einmal für einen Monat in Elternzeit gehen werde.

Wenn ich mit den zwei Wochen Abstand auf die Elternzeit zurück denke, ist das erste was mir dabei einfällt, dass die Zeit mit den Kindern wahnsinnig Intensiv und voller schöner Momente war. Aber auch die Frage, woher meine Frau jeden Tag aufs Neue diese Kraft, Energie und Ruhe nimmt. Ich weiß nicht, ob ich es jeden Tag so gut schaffen würde, den Alltag mit unseren drei Kindern zu wuppen.

Ich habe in dieser Elternzeit besonders gemerkt, wie sehr die Zeit mit den Kindern einen erfüllen und trotzdem auch ziemlich aussaugen kann. Am Anfang der Elternzeit gab es noch den „normalen“ Alltag, den Silja sonst meist ohne mich bewältigt. Ich habe es sehr genossen, die beiden großen in den Kindergarten zu bringen und wieder abzuholen und danach die Nachmittage mit turnen oder tanzen zu verbringen, auch wenn ich mich als Mann in den ganzen Muttigruppen oft ein wenig fremd gefühlt habe.

Wenn der Kindergarten zu hat!

Da der Kindergarten dann aber drei Wochen geschlossen war, wurde der Tag vom Aufstehen bis zum Schlafengehen mit den Kindern geplant. Inklusive den täglichen Erörterungen, was angezogen, gegessen und unternommen wird. Normalerweise gibt der Alltag recht viel Struktur vor, in dieser Zeit musste diese Struktur von uns als Eltern vorgegeben werden. Außerdem war uns wichtig, dass wir mit den Kindern so viel wie möglich raus gehen. Egal bei welchem Wetter, sie sollten sich auspowern.

Dafür liebe ich das Neandertal, welches bei uns in 5 Minuten mit dem Auto erreichbar ist. Ein absolutes Highlight für unsere Kinder ist es nämlich, wenn wir dort bei heißem Wetter an die Düssel (kleiner Bach, der in den Rhein mündet) gehen, um dort aus Ästen und Steinen einen Staudamm zu bauen. Auch ich finde bei Hitze nichts erfrischender als den Schatten des Waldes und das kühle Wasser der Düssel, die dort an „unserer“ Stelle Fußknöcheltief und in geringer Strömung entlang fließt. Dort können wir uns den ganzen Tag beschäftigen

Es müssen aber auch nicht immer große Aktionen sein. Bei Jonathan, Hanna und mir haben sich auch kleine Spaziergänge in den nah gelegenen Park etabliert.  Gerade wenn uns zu Hause die Decke auf den Kopf gefallen ist, konnte eine „Abendrunde“ gegen 17:30 die Gemütslage deutlich verbessern 😉 . Außerdem schaffte es  Silja ein wenig Zeit, um die anderen Dinge des Alltags zu erledigen. Um diese Uhrzeit war es meistens das Vorbereiten des Abendessens.

An die anderen Papas da draußen!

Was ich besonders schön an der Elternzeit fand, war im Übrigen, dass ich meine eigenen Interessen an Natur und Bewegung wunderbar mit in den Alltag einbringen konnte. Es war ein tolles Gefühl, dass ich meine Kinder für meine Interessen begeistern konnte.  Umgekehrt haben mir meine Kinder  bewiesen, dass ich endlos gerne Papa bin. Ich kann nur jedem Vater empfehlen, der eventuell noch damit hadert, ob er Elternzeit nimmt oder nicht: Macht es!! Diese Erfahrung ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen! Im Januar kommt der zweite Monat! Darauf freue ich mich schon jetzt!

Vater sein ist….  Zeitlos

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