3 Tipps bei Angst im Kindesalter

 In meinem Beruf kommt es immer wieder vor, dass Kinder mir von Ihren Ängsten erzählen. Dies war für mich der Grund mich mit dem Thema Angst im Kindesalter etwas genauer auseinanderzusetzen.

Angst ist etwas völlig normales und eine Methode unserer Amygdala, uns vor Gefahren zu warnen. Die Ursachen, welche bei Kindern Angst erzeugen, sind je nach Alter und Entwicklung eines jeden Kindes unterschiedlich.

Woher kommt Angst

Gerade die Körperkontaktverlustangst, die Achtmonatsangst und die Trennungsangst sind die Ängste, die die ersten drei Lebensjahre prägen. In der Entwicklungspsychologie geht man von der Theorie aus, dass diese Ängste aus der frühen Geschichte der Menschen stammen. In dieser Zeit waren gerade Körperverlustangst sowie Trennungsangst absolute Existenzängste. Die Achtmonatsangst ist auch als klassisches Fremdeln bekannt und kommt vor allem durch den Entwicklungsschritt des Unterscheidens zwischen „bekannten“ Personen   und „fremden“ Personen. Wobei man an dieser Stelle erwähnen muss, dass gerade der Personenkreis der „dem Kind bekannten Personen“ sich häufig auf einen sehr kleinen Personenkreis beschränkt. Der Stresspegel ist in diesen Situationen bei Kindern stark erhöht. Das ist ein Grund, warum ich der festen Überzeugung bin, dass man in dieser Zeit Kinder nicht mit Zuneigung „verwöhnen“ kann.


Im späteren Verlauf können es Ängste vor Monstern, Dunkelheit, Räubern oder vor Verlust von geliebten Menschen sein. Es kann aber auch die Angst vor Hunden sein, welche auf der Straße sind, wie bei meinen beiden Großen. Bei kleineren Kindern, welche sich noch nicht äußern können und deren Ängste existenziell sind, bedarf es viel Empathie bei Eltern. Bei größeren Kindern gibt es durchaus mehr Strategie.

Hier  3 Tipps zum Umgang mit Angst bei kleinen Kindern.

Angst ist nicht immer objektiv.

Es ist wichtig, dass Eltern die Ängste ihrer Kinder ernst nehmen. Es hilft Kindern nicht, wenn man mit der Plattitüde „Da musst du keine Angst haben“ begegnet, nur weil es aus der erwachsenden Sicht keinen objektiven Grund gibt. Getoppt wird diese Aussage nur von „sei doch kein Waschlappen“ oder ähnlichem.  Für Kinder sind Ängste durchaus real und haben auch eine Ursache. Eltern sollten Kinder und ihre Ängste daher auf der emotionalen Ebene begegnen, ernst nehmen und diese nicht verneinen oder gar ins lächerliche ziehen.

 

Sag mir was ich Fühle

Gerade bei kleinen Kindern gilt es, wie bei allen anderen Emotionen, dass Eltern diese erst einmal benennen. Kinder können ihre Emotionen nicht immer eindeutig kategorisieren. Es hilft Ihnen also, wenn man ihnen erklärt, dass es Angst ist, wenn sie sich ums Bein von Mama oder Papa schlingen und den Automechaniker aus der Werkstatt mit großen ängstlichen Augen anschauen. Wenn das Gefühl einen Namen hat, lernen Kinder dieses auch später richtig zu benennen. Das wiederum macht später viele Situationen für Kinder selbst besser einschätzbar.

Beängstigende Situationen nicht vermeiden

Alle Eltern nehmen ihre Kinder gerne in Schutz. Einige versuchen alles Beängstigende von ihren Kindern abzuwenden. Ein absolut nachvollziehbarer Gedanke, allerdings unterliegt das ganze einem Denkfehler. Wie Eingangs erwähnt sind Ängste ein ganz natürlicher Reflex vor verschiedenen Reizen, welche ein Kind verunsichern, gar beängstigen können. Dieses Gefühl werden Kinder auch später noch haben. Auch dann wenn man sie davor nicht mehr schützen kann. Deswegen ist es nicht die Aufgabe von Eltern solche Situationen weiträumig und vorausschauend zu vermeiden. Es ist die Aufgabe von Eltern diese Situationen zu begleiten und den Kindern zu helfen sie zu verstehen, sich ihnen zu stellen und einen Weg finden sie zu bewältigen.

 

 

Vater sein ist… auch manchmal beängstigend

 

Schreibe einen Kommentar