Schachmatt- Wir spielen Schach!

Als wir im Sommer im Urlaub an der Ostsee waren, gab es auf dem Bauernhof ein großes Outdoor- Schachspiel. Mein Sohn Jonathan sah die herumliegenden Schachfiguren und wurde neugierig. Da ahnte ich noch nicht, welche Leidenschaft er für dieses Spiel entwickeln sollte.  Ich erklärte ihm also, dass es ein sehr altes Spiel sei, bei dem sich zwei Könige mit ihren Gefolge bekriegen und dass jede Figur eine besondere Eigenschaft habe. Als er mich aufforderte mit ihm zu spielen, war mein erster Impuls zu sagen: „Dafür bist du noch ein bisschen zu klein.“ Allerdings verkniff ich mir diese Aussage und zeigte ihm die Grundaufstellung beim Schach. Jonathan fand das Spiel außerordentlich spannend und wir spielten fast anderthalb Stunden. So kam es, dass er sich zum Geburtstag sein erstes eigenes Schachspiel wünschte.

Wie bring ich einem 5-Jährigen Schach bei?

Ich selbst bin kein überragender Schachspieler und kenne gerade einmal die Grundzüge und die Rochade. Daher musste zu dem Schachspiel auch ein Buch her, mit dessen Hilfe ich ihm die Grundregeln erklären kann. Vor allem hatte ich Methodisch/ Didaktisch keinen blassen Dunst, wie ich ihm das Spiel nahe bringen konnte.  Mit dem Buch „Schach für Kinder“ vom GAMBIT Verlag konnte ich Jonathan gut erklären, wie sich die einzelnen Figuren auf dem Brett bewegen. In dem Buch werden gute Übungen aufgezeigt, die mein Sohn liebend gerne macht. So begriff er schnell, wie sich  Dame, Turm, Pferd, Läufer und Co. bewegen. Er findet die Aufgaben so spannend, dass er die „Tests“ in dem Buch  sogar der niedlich geschriebenen Geschichte zwischen Ben und seinem kleinen Krokodil vorzieht.

Wenn er nach dem spielen sein Schachspiel einräumt, macht er dies mit viel Genuss und abends kann es auch schon einmal passieren, dass er den Figuren noch einen Gute Nacht Kuss gibt.

Intrinsische Motivation

Mir ist beim Schach spielen wichtig, dass er Freude daran hat. Ich würde ihn niemals nötigen mit mir zu spielen, da ich nicht erwarte, dass er der nächste Bobby Fischer wird. Ich fand es faszinierend, diese intrinsische Motivation so Beispielhaft zu erleben. Das Lernen wollen dieses Spieles kam durch ein sporadisches Interesse, ein loses Fragen, was dieses oder jenes ist. Danach wandelte sich dieses erste Interesse in Motivation um, weil es ihm einfach Spaß machte und es für ihn als ein herausforderndes Spiel handelte. Diese intrinsischen Motivationen haben alle Kinder in sich.

Die Aufgabe von uns Eltern ist es, diesen Funken zu erkennen und aufzugreifen, damit unsere Kinder daran wachsen können.  Ich bin wirklich überrascht gewesen, dass sich der Impuls von Jonathan dieses Spiel zu lernen nicht nach den ersten Momenten  in Wohlgefallen aufgelöst hatte. Viel mehr hat ihn das Spiel so gefesselt, dass er selbst im Rollenspiel spielt, er sei eine Schachfigur.

Jetzt werde ich mir erst nochmal überlegen, wie ich Ihm das Spielverständnis Methodisch /Didaktisch beibringen kann. Wenn man bei Google „Kinder Schach lernen“ eingibt bekommt man ja immerhin 455.000 Treffer… na mal schauen.

Vater sein ist… Impulse aufzunehmen

 

Schach für Kinder

 

 

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